Muttertag 3

Muttertag

Muttertag. Ein schöner Tag für alle, die Mamas sind und sich da ein wenig feiern und verwöhnen lassen dürfen. Ein nicht so schöner Tag für Frauen, die sich sehnlichst ein Kind wünschen, aber keines da ist.
Ich weiß das, denn eine Zeit lang habe ich zu der 2. Gruppe gehört.

Muttertag 1

Vor einigen Jahren habe ich erfahren, dass ich „Endometriose“ habe. Das ist eine gar nicht so seltene Krankheit, die Schmerzen verursacht, aber v.a. einer der Hauptgründe für Unfruchtbarkeit bei Frauen ist. Zunächst ein Schock für mich. Dann beginnt man zu hoffen und vertraut den Ärzten, wenn sie sagen, dass man für einige Monate nach der Operation gute Chancen hat, schwanger zu werden. Und tatsächlich wurde ich nach ein paar Monaten nach meiner OP schwanger! Unbeschreibliche Freude!

Muttertag 6

Doch leider währte die Freude nicht sehr lange, denn es wurde schnell klar, dass das Kind sich nicht weiterentwickelte. Tage und Wochen des Bangens begannen – mit vielen Tränen und Gebeten. Und dann kam die traurige Gewissheit – ich hatte mein Kind verloren. Dieses Gefühl kann man nicht in Worte fassen. Eine unbeschreibliche Trauer umfing mich. Trauer über dieses verlorene Kind und Trauer darüber, dass ich höchstwahrscheinlich niemals leibliche Kinder haben würde (so dachte ich damals zumindest). Der einzige Grund, warum ich diese Zeit überlebt habe, war Gott. Er hat mich getröstet und mir wieder Hoffnung geschenkt.

Muttertag 7

In dieser Zeit habe ich begonnen, mich mit dem Thema „Adoption“ zu befassen. Eine Adoption ist eine furchtbare und gleichzeitig wunderschöne Sache. Furchtbar für die leibliche Mutter, die gezwungen ist, ihr Kind aus den unterschiedlichsten Gründen abgeben zu müssen. Ich habe hohen Respekt vor diesen Müttern, die ihr Kind so sehr lieben, dass sie sich GEGEN eine Abtreibung und FÜR ihr Kind entscheiden. In ärmeren Ländern sind Mütter oft gezwungen, ihr krankes Kind wegzugeben, weil sie sich die medizinische Behandlung schlichtweg nicht leisten können. Könnt ihr euch vorstellen, wie das sein muss, sein geliebtes Kind hergeben zu müssen, nur weil man zu wenig Geld hat, um es behandeln lassen zu können? Das bricht mir das Herz, dass es das heutzutage noch gibt. Natürlich gibt es auch noch viele andere Gründe, warum eine Mutter ihr Kind weggibt, aber in jedem Fall wird das Kind seiner leiblichen Familie beraubt.
Eine Adoption ist aber auch wunderschön, denn eine neue Familie entsteht. Ein Kind bekommt Eltern, die es lieben und sich bewusst für es entschieden haben. Ein Paar, das sich meistens jahrelang nichts sehnlicher gewünscht hat, darf seinen Wunsch nun endlich in den Händen halten.
Ich freue mich sehr, dass ich das bei einigen Freunden so miterleben durfte und darf.

Muttertag 5

Meine (bzw. unsere) Geschichte ging etwas anders weiter. Ungefähr ein Jahr nachdem ich mein Kind verloren hatte, wurde ich ganz überraschend wieder schwanger. Und dieses Mal ging alles gut! Nach einer schönen Schwangerschaft durfte ich mein ganz persönliches Wunder von Gott in den Händen halten. (Und 2 Jahre später dann auch noch mein 2. kleines Wunder!)

Muttertag 8

Dass ich Muttertag feiern darf, ist für mich also wirklich etwas Besonderes. Ich denke an diesem Tag aber speziell an diejenigen, die vielleicht kein Kind in den Händen halten, an die, die ein Kind verloren haben und an alle wunderbaren Adoptiv- und Pflegemamas. Diese Torte ist für euch!

Muttertag 2

Diese Torte war auch der Grund dafür, dass es in letzter Zeit hier so ruhig war. Ich habe nämlich beim Tortenwettbewerb der Kuchenmesse Wels in der Kategorie „Muttertag“ mitgemacht und für meine Torte Silber verliehen bekommen! :)

Muttertag

Sie war wirklich sehr aufwändig, obwohl es eigentlich nur so ein kleines Törtchen war. Ich habe das afrikanische Muster direkt auf das Fondant gemalt und das alleine hat Tage gedauert!! Ich habe mit diesem Fluid Writer gemalt, was nicht ganz einfach war. Man füllt den Stift mit Airbrushfarbe und er ist so konzipiert, dass man damit auf senkrechten Flächen malen kann. Allerdings ist das Fondant natürlich nicht so glatt wie ein Stück Papier und das macht die Sache schwieriger. Dafür kann man damit aber ganz feine Striche malen.

Muttertag 11

Muttertag 13

Die Gesichter habe ich mit Gelfarben (gemischt mit Alkohol) auf eine Fondantplatte gemalt. Darauf habe ich auch die modellierten Körper  geklebt. Ich wollte unbedingt einen 2D/3D-Effekt machen, denn solche Torten liebe ich. So wollte ich auch die Kopftücher (und das „Kleid“ der Mama!) möglichst realistisch darstellen. Deswegen habe ich aus Wafer Paper quasi essbaren „Stoff“ hergestellt. Das geht sehr einfach aus Wasser, Gelatine und Glyzerin. Wenn ihr das gerne selber einmal probieren möchtet, habe ich hier das Rezept für euch:

9 g Gelatine
33 ml Wasser
20g Glyzerin
Gelatine mit Wasser quellen lassen, Glyzerin dazumischen und bei 850 Watt 15 Sekunden lang in der Mikrowelle erhitzen. Damit streicht man das Wafer Paper von beiden Seiten ein und lässt es ca. 15 Minuten lang trocknen. Anschließend mit Maisstärke bepudern.

Ich habe mein Wafer Paper vorher rot geairbrusht und trocknen lassen. Anschließend habe ich es bestempelt, und zwar mit schwarzer Gelfarbe, die ziemlich stark mit Alkohol verdünnt war. So saugt das Wafer Paper nämlich die Farbe gut auf. Beim Auftragen der Gelatinemasse hat die Farbe super gehalten und wurde so „konserviert“.
Das Ganze fühlt sich danach fast wie Stoff an, ist dehnbar und lässt sich in Falten legen.
(Von der Jury habe ich Punkteabzug für die Rückstände der Maisstärke bekommen, die sich aber leider nicht verhindern lässt… Ich habe versucht, sie wegzupinseln und bin mit dem Steamer mehrmals drüber gegangen – ohne großen Erfolg…)

Muttertag 15

Das wirklich Schwierige war dann aber, diesen „Stoff“ zum Kleben zu bringen. Ich habe alles versucht – verflüssigte Gelatinemasse, Zuckerkleber, Eiweiß, Piping Gel, heißes Wasser, kaltes Wasser, Royal Icing, Candy Melts,… Mit NICHTS davon hat es zunächst richtig geklebt!!! Im Endeffekt habe ich es dann mit Stecknadeln auf diesem klebrigen Sammelsurium über Nacht trocknen lassen und siehe da – es hat gehalten! :)

Muttertag 16

Am Ende (meiner Nerven 😉 ) habe ich dann noch ein Perlenmuster, wie bei einer afrikanischen Kette, auf das Cake Board gelegt. Das war – wie ihr euch sicher vorstellen könnt – noch eine echte Geduldsprobe. Die Perlen habe ich alle selber mit Puderfarben gefärbt. Einfach weiße Perlen mit etwas Puderfarbe in einen kleinen Behälter tun, kräftige schütteln und fertig! Leider färben sie aber ziemlich ab und haben auch „Kratzspuren“ von der Pinzette bekommen. (Zwischen den bunten Reihen waren jeweils schwarze Perlen, die man aber am Foto kaum sieht.)

Muttertag 12

Muttertag 14

Auf der Tortenmesse hatte ich noch einen Bilderrahmen neben meiner Torte stehen mit folgendem Zitat:

Muttertag (1)

Ich bin davon überzeugt, dass die Liebe einer Mutter nicht davon abhängt, ob man sein Kind tatsächlich im Bauch getragen hat oder nicht. Kinder liebt man mit dem Herzen.

Schönen Muttertag!

Alles Liebe,

Iris

PS: Ich bin bereits seit vielen Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Kinderpatenschaftsorganisation Compassion. Sie setzen sich  in ihrem Mutter-Kind-Programm für Mütter in der Schwangerschaft und die Jahre danach ein und unterstützen sie medizinisch und emotional. So kann verhindert werden, dass sich eine Mutter gezwungen fühlt, ihr Kind aufgrund von finanziellen Nöten weggeben zu müssen.

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8 Gedanken zu „Muttertag“

  1. Liebes Ribiselchen!
    Von Mal zu Mal werden meine Bedenken größer, meine Bewunderung für Deine Kreationen durch Worte, die in meinem persönlichen Wortschatz zur Verfügung stehen, adäquat auszudrücken, ohne mich zu wiederholen – deshalb heute nur ein Wort zu Deiner persönlichen Geschichte: „Berührend“!
    Alles Gute weiterhin und liebe Grüße
    Peter & Christine

  2. Wahnsinn! (Ich glaub, so fängt jeder 2. Post bei dir von mir an 😁) Ich bin echt fasziniert, was du immer kreiert! Also 1. die Ideen und 2. die Ausführung und 3. zwischendrin das experimentieren bis das Ergebnis passt.
    Und auch die Geschichte dazu ist sehr berührend. Ich bin auch jeden Tag dankbar für meine lieben und gesunden Kinder, weil das echt nicht selbstverständlich ist.
    Liebe Grüße, Phan

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