Nizza

Zu unserem Hochzeitstag letztes Jahr hatten mein Mann und ich ausgemacht, dass wir zwar schön essen gehen, uns aber (bis auf eine Karte) nichts schenken würden. Umso erstaunter war ich dann, als mir mein Mann nach unserem Essen ein kleines Geschenk überreichte. Und ich war, ehrlich gesagt, etwas verwirrt über den Inhalt: zwei Badebomben mitten im Hochsommer?! (Okay, ich liebe es zu baden und ich liebe diese sprudelnden Badebomben, aber im heißen Sommer?) Die Erklärung dazu hat mir dann wieder mal verdeutlicht, dass ich den besten Mann der Welt geheiratet habe: „Die sind für ein Bad in einer Stadt deiner Wahl – wir machen einen Kurzurlaub zu zweit!“

Ich habe mich natürlich sofort in die Untiefen des Internets vertieft, um die besten Destinationen (und Angebote) für einen Städtetrip zu finden. Wir haben beschlossen, über meinen Geburtstag Mitte Oktober zu verreisen und da bot es sich an, eine Stadt im Süden mit – zu dieser Zeit – noch mildem Klima zu suchen. Und so bin ich bei Nizza hängengeblieben! (Und habe es nicht bereut…)

Wir haben uns also Mitte Oktober OHNE Kinder auf den Weg gemacht und allein die Reise war schon entspannend! 😉 Wir sind mit Eurowings von Wien nach Nizza geflogen, haben die grandiose Aussicht bei Kaiserwetter, den Ausblick auf Monaco und die Zweisamkeit genossen.

In Nizza angekommen haben wir uns am Flughafen ein Ticket für den Bus 99 in die Stadt gekauft. Dort bin ich auch schon zum ersten Mal ins Schwitzen geraten, denn vor der Reise hatte ich mir fest vorgenommen, mein quasi nicht mehr vorhandenes Schulfranzösisch wieder zu beleben. Und so habe ich es tatsächlich geschafft, zwei Bustickets zu kaufen (die sogar für den richtigen Bus waren!)! Die Reise in die Stadt dauerte nur ca. 15 Minuten und schon waren wir am Bahnhof. Von dort waren wir in wenigen Minuten zu Fuß bei unserem Hotel Nice Excelsior angelangt, mit dem wir rundum zufrieden waren. Es liegt zwar nicht in der “Innenstadt”, aber man braucht zu Fuß nur ca. 10-15 Minuten bis zur berühmten Promenades des Anglais.

Es ist ein kleines, gemütliches Hotel, das modern eingerichtet ist. Noch dazu gibt es eine kleine Candy Bar, an der man sich jederzeit bedienen durfte! 😉

Wir hatten einen Superior Room gebucht, da wir vorab in Rezensionen gelesen hatten, dass die Classic Zimmer sehr eng und laut seien.  Unser Zimmer war modern, gemütlich, sauber und durch den Blick in den “Garten” auch ruhig.

Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, haben wir uns natürlich sofort auf den Weg zum Meer gemacht und den lauen Abend genossen.

Da wir das Hotel ohne Frühstück gebucht hatten, mussten wir gute Frühstückslokale finden. Ich liebe es zu brunchen und frühstücke am liebsten pikant (ja, dieses Tortenmädchen mag Süßes in der Früh gar nicht so gerne! 😆), was sich in Nizza als gar nicht so leicht herausstellte. Franzosen lieben ihre Süßspeisen, Croissants und Marmeladen nämlich schon am Morgen. Hier meine Erfahrungen und Tipps zum Thema

Frühstücken in Nizza

Der 1. Morgen in Nizza war mein Geburtstag! Ich habe mich aufgrund der guten Rezensionen auf TripAdvisor für das Lokal “Le Bistroy” entschieden – leider.

Angefangen hat es damit, dass wir – obwohl die meisten Tische im Lokal leer waren – den letzten Tisch, direkt neben der Theke, nehmen mussten. Anscheinend war den Damen der Weg zu den Tischen im vorderen Bereich des Raumes zu weit…

Das Essen war gut, aber etwas einfach. Meine “Käseplatte” bestand beispielsweise nur aus einem einzigen Käse. Der French Toast hätte vielleicht auch noch ein paar Beeren als Deko vertragen…

Die Bedienung war per se nicht unfreundlich, aber freundlich waren sie auch nicht. Anscheinend kommen genügend Touristen zu ihnen, sodass sie das nicht mehr notwendig haben?

Das erwartete tolle Geburtstagsfrühstück wurde es also nicht, aber dadurch ließ ich mir nicht den Tag vermiesen. Immerhin war ich ja in Nizza und hatte Geburtstag!!

Am nächsten Tag hatten wir es etwas eilig, da wir zu unserer Radtour mussten. Also kehrten wir am Weg dorthin bei der Boulangerie “Jeannot” ein.

Beflügelt durch Vokabeln, die anscheinend durch die französische Umgebung wieder in meinem Kopf auftauchten, schaffte ich es doch tatsächlich, das ganze Frühstück auf Französisch zu bestellen. Ha! Da war selbst ich überrascht!
Hier gab es allerdings nur süßes Frühstück. Da das Baguette und das Croissant aber zum Niederknien waren, habe sogar ich das Frühstück in vollen Zügen genossen.

Gegessen wird hier im Gastgarten auf kleinen Tischchen mit Blick auf die Straße. Hier kommt man sich wirklich sehr französisch vor.

Noch dazu gab es diese unwiderstehlichen Riesenmeringue! 😋
Unbedingt hingehen!

An unserem 3. (und bereits letztem!) Morgen haben wir das traumhafteste Frühstück genossen – direkt am Strand. Entlang der Promenade des Anglais gibt es einige Abgänge zu Lokalen direkt am Strand. Allerdings bieten nur die wenigsten davon Frühstück an. Bei “Ruhl Plage” wurden wir aber fündig!

Wir durften in super gemütlichen Loungesesseln Platz nehmen und ich konnte endlich mein pikantes Frühstück mit Blick aufs Meer genießen! 😉

Zugegeben, es war nicht billig, aber die Atmosphäre, die freundliche Bedienung und das gute Essen waren jeden Cent wert.

Mittags haben wir uns meistens nur einen kleinen Snack besorgt und uns den Hunger fürs Abendessen aufgespart.

Abendessen in Nizza

An unserem ersten Abend kehrten wir in das Restaurant “Le Saetone” ein. Es liegt in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel.

Ich musste natürlich den berühmten “Salade nicoise” probieren, der unter anderem aus Thunfisch, Oliven, Eiern und Sardellenfilets besteht. (Ich weiß, dass einige von euch gerade das Gesicht verziehen, aber ich mag Sardellen!)

Als Hauptspeise hatte ich “Marmite du pecheur”, quasi ein Seafood-Tomaten-Eintopf. Wenn ich jetzt daran denke, rinnt mir schon das Wasser im Mund zusammen, denn es hat herrlich geschmeckt!

Zu meinem Geburtstag wollten wir uns ein nobleres Restaurant gönnen und entschieden uns für das “La Langouste”.
Es ist sehr modern eingerichtet, jedoch trotzdem sehr gemütlich. Die Kellner waren ausgesprochen aufmerksam. Meinem Mann wurde das Fleisch direkt neben unserem Tisch aufgeschnitten und am Nebentisch konnten wir zusehen, wie der Kellner einen Fisch aus der dicken Salzkruste holte.

Durch die Heizstrahler konnten wir – mitten im Oktober – kurzärmelig im romantischen Gastgarten sitzen!
Der Abend war wunderschön und mir wurde mein Soufflé sogar mit einer Geburtstagskerze serviert. 😍

Unser letztes Abendessen in Nizza genossen wir im “Comptoir Du Marché”, einem typisch französischen urigen Restaurant mit dicht gestellten kleinen Tischen.

Speisekarten gibt es in dem Sinn keine, denn die Gerichte werden auf Tafeln geschrieben, die von Tisch zu Tisch getragen werden. Das Essen war schön angerichtet und sehr gut. Klare Empfehlung von uns, aber unbedingt vorher reservieren!

Nach dem Essen haben wir uns noch Cocktails in der Waka Bar mit Blick aufs Meer gegönnt. Nette Atmosphäre, gute Cocktails, chillige Musik.

Die süße Seite Nizzas

Natürlich musste ich mich auch durch die süßen Köstlichkeiten Nizzas durchkosten (und mir Ideen für meine eigenen Kreationen holen!).

Das heiße Wetter schrie förmlich nach Eis und da gibt es welches, das man unbedingt probieren muss, wenn man in Nizza ist: das von “Fenocchio” am Place Rossetti.

Es gab so viele außergewöhnliche Eissorten (über 60 verschiedene!), die ich alle am liebsten durchprobiert hätte.

Aber wenn man schon in der Provence ist, muss man Lavendeleis probieren! Es schmeckte sehr zart nach Lavendel und war einfach ein Traum.

Die “Confiserie Ballanger” an der Avenue Jean Médecin sticht alleine schon durch seine pinke Fassade ins Auge. Aber im Inneren begeistern die vielen süßen Waffeln, Crepes und andere Köstlichkeiten. Und wie es dort duftet!

Ich habe uns “Churros” bestellt, nachdem ich bereits die ganze Zeit Leute mit diesen pinken Tüten in der Stadt gesehen habe. Das sind Stangen aus Brandteig, die in Öl frittiert und danach mit Zucker (und Zimt) bestreut werden. Man sucht sich noch einen Dip dazu aus und dann kann man das deftige Vergnügen genießen. Wir konnten nicht alles davon aufessen, da wir sonst unser Abendessen hätten sausen lassen müssen… 😆

Im LAC haben wir einerseits Macarons verkostet und andererseits welche in hübschen Schachteln als Geschenke für zu Hause gekauft. Jede Sorte war ein Genuss!

Und die beste Art Macarons zu genießen, ist natürlich am Strand mit der warmen Nachmittagssonne Nizzas im Gesicht! 😬

Meine absolute Lieblingssüßspeise in Nizza entdeckte ich bei der “Boulangerie Saint Francois”: eine Tarte Tropezienne.
Fluffiger Brioche gefüllt mit einer himmlischen Vanillecreme – ein Traum!
Falls ihr sie gerne nachbacken möchtet, findet ihr ein wunderbares Rezept dafür bei der lieben Aurélie vom Blog Französisch Kochen oder in ihrem letzten Kochbuch Französisch backen, das ich mir sofort nach dem Urlaub gewünscht und bekommen habe! 🙂

Bei “La Cure Gourmande” gab es selbstgemachte Zuckerl, Lutscher und andere Leckereien. Hier haben wir die Mitbringsel für unsere Töchter eingekauft! 😉

An “Emma´s Cupcakes” sind wir ein paar Mal vorbeigegangen, als wir am Weg vom Hotel zum Meer unterwegs waren. Leider haben wir es aber nie geschafft, hineinzugehen und etwas zu probieren. 🙁 Aber vielleicht schafft ihr es ja und könnt mir dann davon berichten?

Das Schaufenster hat mir natürlich besonders gut gefallen!

An einem Abend wollte mein Mann unbedingt irgendein Fußballspiel im Fernsehen anschauen. Allerdings wurde das anscheinend – zu meinem Glück – nicht übertragen. Stattdessen entdeckte ich, dass die französische Version von “Das große Backen” gerade ausgestrahlt wurde! Und so wurde aus dem Fußball-TV-Abend kurzerhand ein Back-TV-Abend! 😬😬😬

Das Wetter im Oktober

Wir hatten wirklich allerbestes Kaiserwetter mit strahlend blauem Himmel. Tagsüber wurde es sogar richtig heiß (um die 25°), nur abends kühlte es schon auf ca. 15° ab.
Wir waren richtig erstaunt, dass es Mitte Oktober noch so sommerlich war. Und so kam es, dass wir auch nicht an Sonnencreme gedacht hatten und ein kleines Vermögen für ein winziges Fläschchen Sonnencreme in einer Apotheke ausgeben mussten…
Laut einer Reiseführerin sind der Frühling und der Herbst definitiv die besten Jahreszeiten, um Nizza zu bereisen. Nicht zuletzt, weil es im Sommer bestimmt sehr heiß für Sightseeing wird, sondern auch weil sich die Einwohnerzahl Nizzas dann auf das Doppelte bis Dreifache (!) erhöht!

Aktivitäten in Nizza

Da wir ja nur knappe 4 Tage in Nizza hatten, konnten wir natürlich bei weitem nicht all das unternehmen, was Nizza zu bieten gehabt hätte. Aber da die Altstadt nicht so groß ist, findet man sich relativ schnell zurecht. Am Ankunftstag hatten wir noch den Nachmittag und Abend zur Verfügung, schlenderten herum und genossen vor allem die Atmosphäre am Meer.

Am nächsten Tag wollten wir die Stadt auf eigene Faust erkunden. Ich hatte schon vorher gelesen, dass es immer montags den Antiquitäten Flohmarkt Marché a la  Brocante Saleya gibt und den wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. (Ich LIEBE solche Flohmärkte!)

Der Flohmarkt war riesig und das Flair inmitten der hübschen Altstadt unschlagbar. Ich war in meinem Element und hätte am liebsten alles Mögliche mitgenommen. Gut, dass wir nur mit Handgepäck verreist sind…

Aber ein Geburtstagsgeschenk habe ich mir doch gekauft: einen wunderschönen Tortenheber aus Silber. 😍😍😍

Am selben Tag haben wir den Parc de la Colline du Chateau besucht bzw. erklommen. Das ist eine wunderschöne Parkanlage auf einem kleinen Berg und wird als der schönste Aussichtsplatz in ganz Nizza gehandelt.

Den restlichen Tag bewunderten wir die schöne Altstadt mit ihren geschichtsträchtigen Häusern. (Torteninspiration wohin das Auge reichte!)

Noch ein kleiner Tipp von mir: Obwohl die Häuser so hübsch sind, empfiehlt es sich beim Gehen lieber öfters hinunter zu schauen, denn auf dem Boden befinden sich leider viele – wie man bei uns in Österreich sagen würde – Hundstrümmerl… 💩

Am nächsten Tag wollte ich unbedingt eine Tour mit Reiseführer unternehmen. Das schier unendliche Angebot an Touren reicht von klassischen Stadtrundgängen über Bootsfahrten, Segway-Touren, Food-Touren (das hätte mich gereizt!) bis zu Parfum-Touren, wo man sein eigenes Parfum zusammenmischen kann (das hätte meinen Mann gereizt!). Letztendlich haben wir uns für eine 4-stündige French Riviera E-Bike-Tour von Tag Tours entschieden.

Um 10:00 war der Treffpunkt an der Promenade des Anglais, von wo wir zuerst ein paar Minuten zu Fuß zu unseren Rädern marschieren mussten. Am Weg dorthin bekamen wir aber schon interessante Fakten über Nizza erklärt, wie z.B. dass Nizza bis 1860 zu Italien gehörte. (Das erklärt auch das italienische Flair der Stadt!)

Die E-Bikes waren in gutem Zustand und wir wurden auch alle ausführlich instruiert. Da ich zum 1. Mal mit so einem Rad gefahren bin, war das auch nötig… Wir bekamen auch Helme und Wasserflaschen zur Verfügung gestellt. Bei einem kurzen Stopp bei … haben wir uns noch eine Jause für später besorgt. Und dann ging es auf die Räder!

Zuerst ging es zum Hafen und an den, nicht ganz unserer Preisklasse entsprechenden, Yachten vorbei. (Unsere Reiseführerin hatte da allerhand Klatsch und Tratsch auf Lager!)

Und dann war ich über mein E-Bike sehr froh, denn wir radelten auf den Berg “Mont Boron”, den ich ohne die elektrische Unterstützung niemals ohne Herzinfarkt bezwungen hätte. Unterwergs machten wir immer wieder kurze Stopps, um die wunderschöne Aussicht zu genießen und den interessanten Infos unserer Reiseleiterin zu lauschen.

Das Ziel unserer Reise war Villefranche-sur-mer, ein kleines entzückendes Dorf an der Küste.

Wir machten Halt an einer wunderschönen Bucht und verspeisten unsere zuvor gekaufte Jause am Strand. Das Wasser war glasklar und türkis und ich hatte es sehr bereut, keine Badesachen dabei gehabt zu haben…

Am liebsten hätte ich den ganzen restlichen Tag dort verbracht, aber nach ca. 45 Minuten mussten wir uns wieder auf die Räder schwingen und zurückradeln.

Es war eine wirklich wunderbare Tour, die wir wärmstens weiterempfehlen können!

Alles in allem war es ein wirklich wunderbarer Kurzurlaub, der leider viel zu schnell vergangen ist (aber länger hätten die Omas mit unseren Kindern wahrscheinlich nicht ohne gröbere Schäden überstanden… 😉).

Hinterlasst mir doch eure Tipps, Lieblingsplätze & Co in den Kommentaren, falls ihr schon in Nizza wart!

Alles Liebe,

Iris

PS: Falls ihr französisches Flair zu euch nach Hause holen wollt, kann ich euch dieses Buch “Französisch Backen” von Aurélie Bastian wärmstens empfehlen. Ich habe bereits sehr viel daraus gebacken und wurde nicht enttäuscht!

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2 Gedanken zu „Nizza“

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